Vier Grundgedanken

Unsere geistige Ausrichtung stellt das Fundament buddhistischer Praxis dar.

Hierzu gehören die Wertschätzung der Kostbarkeit unseres menschlichen Lebens sowie das Verständnis von

Vergänglichkeit, Ursache und Wirkung und den Nachteilen des Festhaltens an Leid.

Die Kostbarkeit unserer menschlichen Existenz

7,5 Milliarden Menschen teilen sich mit schätzungsweise 9 Millionen Arten von Lebewesen (3/4 auf dem Land, 1/4 im Wasser) den Lebensraum Erde. Die Wahrscheinlichkeit, als Mensch geboren zu werden, ist also äußerst gering und kostbar.

Im Vergleich zu Pflanzen und Tieren haben Menschen ein hochgradig unterscheidungs- und entwicklungsfähiges Bewusstsein. Unsere Geburt als Mensch ist nicht nur ein Geschenk, sondern eine große Chance und Aufgabe, das beste aus ihr zu machen: zu lernen, zu erkennen und sich zu befreien. Für ein reiches, erfülltes und sinnvolles Leben.

Vergänglichkeit

Wir wurden geboren, altern, erkranken und sterben. Alles Gewonnene wird eines Tages verloren gehen, alles Aufgebaute auseinanderfallen. Nichts in der materiellen Welt ist von dauerhafter Natur, kein Besitz, keine Beziehung und auch nicht unser Körper. Das tiefe Verständnis dieses Naturgesetzes hilft uns, Leid mit Akzeptanz zu begegnen.

Leid entsteht durch unsere Identifikation mit Vergänglichem, lehrte der historische Buddha vor 2.500 Jahren. In ACT wird dies als kognitive Fusion und konzeptualisiertes Selbst beschrieben. Je stärker wir unser Leben auf vergänglichen Werten aufbauen, desto mehr leiden wir, wenn wir sie verlieren.

Ursache und Wirkung

Das Gesetz von Ursache und Wirkung wird Karma genannt. Wenn wir wissen wollen, woher wir kommen, sollten wir beobachten, wer und was wir heute sind. Und wollen wir in die Zukunft blicken, sollten wir beachten, was wir heute tun, denken und sagen. Unsere achtsame Gegenwärtigkeit im Hier und Jetzt ist der Schlüssel.

Mit unserem Körper, der Rede und dem Geist säen wir ständig Samen, die zu Früchten reifen. Wir haben also in jedem Moment die Möglichkeit, unser Leben in eine gewünschte Richtung zu lenken und zu beeinflussen. Wir müssen es nur T.U.N. – Tag und Nacht.

Nachteile des Festhaltens an Leid

Der Kreislauf des Leidens (Samsara) wird durch unser Festhalten an Vergänglichem, unsere Anhaftung, Abneigung und Illusion aufrechterhalten. Die Befreiung aus diesem Kreislauf bedeutet zeitlose, höchste Freude und Glückseligkeit jenseits aller gedanklichen Vorstellungen.

Und Anderen können wir nur dann wirklich helfen, wenn wir selbst nicht mehr derartig verwirrt sind und massiv leiden. Die Entscheidung, unseren Geist auf unvergängliche Werte neu auszurichten, ist das größte Commitment unseres Lebens.